Unser Ziel
Grünflächen, öffentliche Räume und gut vernetzte Freiräume sind zentrale Bausteine einer lebenswerten, klimaresilienten Stadt. In Nürnberg stehen diese Flächen unter zunehmendem Druck durch Nachverdichtung, Versiegelung und steigende Nutzungsansprüche. Gleichzeitig nehmen Hitzeperioden, Starkregenereignisse und der Bedarf an wohnortnaher Erholung zu.
Unser Ziel ist es, neue Grün- und Parkanlagen zu schaffen, bestehende Grünflächen aufzuwerten und Grünräume besser miteinander zu vernetzen. Freiräume sollen nicht nur ökologisch wirksam sein, sondern auch die Aufenthaltsqualität im Stadtbild deutlich erhöhen.
Bedeutung von Grünflächen und Freiräumen
Öffentliche Grünflächen erfüllen mehrere Funktionen gleichzeitig:
- Klimaanpassung:
Kühlung des Stadtklimas, Verbesserung der Luftqualität, Wasserrückhalt bei Starkregen. - Gesundheit & Lebensqualität:
Orte der Erholung, Bewegung und sozialen Begegnung. - Biodiversität:
Lebensräume für Pflanzen, Insekten und Vögel. - Sozialer Zusammenhalt:
Niedrigschwellige Treffpunkte für alle Bevölkerungsgruppen.
Insbesondere grüne Wege und vernetzte Freiräume ermöglichen es, Stadtteile miteinander zu verbinden und Alltagswege attraktiver, sicherer und klimaangepasster zu gestalten.
Maßnahme 1:
Dach- und Fassadenbegrünung🌿
Ziele der Maßnahme
- Reduktion von Hitzeinseln und Verbesserung des städtischen Mikroklimas
- Anpassung an den Klimawandel (Hitze, Starkregen, Trockenperioden)
- Erhöhung der ökologischen Qualität im dicht bebauten Stadtraum
- Förderung von Biodiversität auch in hochverdichteten Quartieren
Konkrete Umsetzung
Verpflichtende Dachbegrünung bei:
- allen Neubauten
- größeren Umbauten und Dachsanierungen
Differenzierung nach Gebäudetyp:
- extensive Begrünung (z. B. Sedum) bei Wohn- und Gewerbebauten
- intensive Begrünung bei geeigneter Statik (z. B. nutzbare Dachgärten)
- Fassadenbegrünung:
- Pflicht oder starke Anreizsetzung bei geeigneten Fassaden
- Kombination aus bodengebundenen Pflanzen und modularen Systemen
- Integration der Begrünung bereits in Bebauungspläne und Baugenehmigungen
- Beratung und Standardleitfäden für Bauherr*innen und Architekturbüros
Finanzierung
- Private Investoren:
Umsetzung als verpflichtender Teil der Baukosten - Bundesprogramme zur Klimaanpassung (z. B. Hitzeschutz, Regenwassermanagement)
- Kommunale Förderprogramme:
- Zuschüsse für freiwillige Zusatzbegrünung
- Staffelung nach ökologischer Wirkung
- Einsparungen bei der öffentlichen Hand durch:
- geringere Hitze- und Starkregenschäden
- reduzierte Belastung der Kanalisation
Vorteile
- Spürbare Abkühlung des Stadtklimas
- Verbesserte Luftqualität und Feinstaubbindung
- Längere Lebensdauer von Dächern und Fassaden
- Rückhalt von Regenwasser und Entlastung der Kanalisation
- Steigerung der Wohn- und Aufenthaltsqualität
- Attraktivitätsgewinn für Stadtteile und Immobilien
Maßnahme 2:
„1 Baum pro Bauprojekt“-Regel
Ziele der Maßnahme
- Sicherung und Ausbau des städtischen Baumbestands
- Ausgleich von Baumverlusten durch Bauvorhaben
- Stärkung der natürlichen Klimaanpassung
- Erhalt des Stadtbilds und Verbesserung der Lebensqualität
Konkrete Umsetzung
- Verpflichtung: mindestens ein Baum pro Bauprojekt
- bei größeren Projekten:
gestaffelte Regel (z. B. ein Baum je X m² Fläche)
- bei größeren Projekten:
- Vollständige Kompensation:
- jeder gefällte Baum muss ersetzt werden
- möglichst im direkten Umfeld des Bauprojekts
- Pflanzung geeigneter, klimaresilienter Baumarten
- Nutzung öffentlicher Flächen, Straßenräume oder Innenhöfe
- Einrichtung eines städtischen Baumkatasters zur Kontrolle und Nachverfolgung
Finanzierung
Verursacherprinzip:
- Kosten für Pflanzung und Pflege trägt der Bauherr
Alternativ:
- Einzahlung in einen städtischen Baum- und Klimafonds, wenn Pflanzung vor Ort nicht möglich ist
Ergänzende Mittel aus:
- Landes- und Bundesförderung für Stadtgrün
- Klimaanpassungs- und Biodiversitätsprogrammen
Vorteile
- Nachhaltiger Erhalt des Stadtgrüns trotz Bautätigkeit
- Kühlung, Beschattung und bessere Luftqualität
- Lärmminderung und Regenwasserrückhalt
- Positive Wirkung auf psychische und physische Gesundheit
- Sichtbarer Beitrag zum Klimaschutz direkt im Quartier
Maßnahme 3:
Entsiegelung und neue Freiräume
Ziele der Maßnahme
- Reduktion von Flächenversiegelung
- Schaffung wohnortnaher Erholungs- und Begegnungsräume
- Verbesserung des Regenwassermanagements
- Stärkung sozialer und ökologischer Stadtentwicklung
Konkrete Umsetzung
- Identifikation geeigneter Flächen:
- Parkplätze, Innenhöfe, Brach- und Restflächen
- Umwandlung in:
- Pocket-Parks
- kleine Grüninseln
- Gemeinschafts- und Nachbarschaftsgärten
- Fokus auf dicht bebaute Quartiere mit geringem Grünanteil
- Beteiligung der Anwohner*innen:
- Mitplanung
- Mitgestaltung
- teilweise Pflege (z. B. Urban-Gardening-Modelle)
- Kombination mit Sitzgelegenheiten, Schatten, Spiel- und Bewegungsangeboten
Finanzierung
- Städtebauförderung des Freistaats Bayern
- Bundesprogramme zur Klimaanpassung und Entsiegelung
- Umschichtung kommunaler Mittel:
- weniger Versiegelung = geringere Folgekosten
- Beteiligung privater Akteure bei Neubau- oder Nachverdichtungsprojekten
Vorteile
- Spürbare Verbesserung der Aufenthaltsqualität
- Kühlung und bessere Wasseraufnahme bei Starkregen
- Förderung von Nachbarschaft, Begegnung und Teilhabe
- Aufwertung ganzer Quartiere mit vergleichsweise geringem Flächenbedarf
- Hohe Akzeptanz in der Bevölkerung durch direkte Beteiligung
Fazit
Eine nachhaltige Freiraum- und Grünflächenpolitik ist kein Luxus, sondern eine zentrale Zukunftsaufgabe für Nürnberg. Durch den gezielten Ausbau und die Vernetzung von Grünflächen, verbindliche Begrünungsstandards bei Neubauten und eine faire Kostenverteilung zwischen öffentlicher Hand und privaten Investoren kann die Stadt widerstandsfähiger, lebenswerter und sozial gerechter gestaltet werden.
Grüne Freiräume verbessern nicht nur das Stadtklima – sie stärken Gesundheit, Zusammenhalt und Lebensqualität für alle Nürnberger*innen.