Wohnen ist ein Grundbedürfnis und die Voraussetzung für ein sicheres, selbstbestimmtes Leben. Ohne bezahlbaren Wohnraum ist soziale Teilhabe kaum möglich, Existenzängste nehmen zu, und persönliche wie berufliche Perspektiven geraten ins Wanken. In Nürnberg spitzt sich diese Problematik seit Jahren zu: steigende Mieten, ein knapper Wohnungsmarkt, energetische Sanierungen mit massiven Kostenfolgen und unzureichender sozialer Wohnungsbau treffen besonders Menschen mit geringem oder mittlerem Einkommen, Alleinerziehende, Studierende, Senior:innen und Menschen in prekären Lebenslagen. Doch auch die sogenannte „Mitte der Gesellschaft“ spürt zunehmend den Druck.
Existenzsicherung bedeutet mehr als bloßes Überleben. Sie umfasst die Möglichkeit, würdevoll zu wohnen, Rücklagen zu bilden, gesund zu leben und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Wenn ein immer größerer Teil des Einkommens für Miete und Nebenkosten aufgewendet werden muss, geraten diese Grundlagen ins Wanken. In Nürnberg zeigt sich dies unter anderem in steigender Wohnungslosigkeit, wachsender Verdrängung aus angestammten Vierteln und einer zunehmenden Spaltung zwischen denen, die sich Wohnraum leisten können, und denen, die es nicht mehr können.
Die Wohnungsfrage ist daher keine individuelle, sondern eine zutiefst politische. Sie entscheidet darüber, wie solidarisch, gerecht und lebenswert eine Stadt ist. Wer Wohnen dem freien Markt überlässt, nimmt in Kauf, dass Menschen verdrängt, vereinzelt und existenziell bedroht werden. Nürnberg steht vor der Aufgabe, Wohnen wieder als das zu begreifen, was es ist: ein Menschenrecht und eine öffentliche Verantwortung.
Aus dieser Situation ergeben sich für uns drei zentrale Handlungsfelder, die untrennbar miteinander verbunden sind und gemeinsam gedacht werden müssen: der massive Ausbau des sozialen und gemeinnützigen Wohnungsbaus, die konsequente Stärkung des Mieterschutzes sowie eine wirksame und menschenwürdige Bekämpfung von Wohnungslosigkeit. Nur wenn alle drei Bereiche gleichzeitig und entschlossen angegangen werden, kann Wohnen wieder bezahlbar, sicher und sozial gerecht gestaltet werden.
Detaillierte Informationen zu unseren konkreten Zielen, Maßnahmen und Finanzierungsmöglichkeiten finden Sie in den jeweiligen Untermenüs.