Armut sichtbar machen und bekämpfen
„Teilhabe für alle in Nürnberg sichern“
Unser Ziel
Armut ist in Nürnberg Realität – auch wenn sie oft unsichtbar bleibt.
Sie betrifft Kinder, Familien, Alleinerziehende, Erwerbstätige, Rentner*innen und junge Menschen gleichermaßen.
Unser Ziel ist:
- Armut benennen statt verdrängen
- Teilhabe sichern statt beschämen
- öffentliche Verantwortung übernehmen statt Probleme zu individualisieren
Eine soziale Stadt misst sich daran, wie sie mit denjenigen umgeht, die wenig haben.
Ausgangslage
Situation in Deutschland
Millionen Menschen leben bundesweit in Armut oder sind armutsgefährdet.
Besonders betroffen sind:
- Kinder und Jugendliche
- Alleinerziehende
- Menschen mit niedrigem Einkommen
- ältere Menschen mit kleiner Rente
Armut zeigt sich nicht nur im Einkommen, sondern auch im Alltag:
- fehlende Schulmaterialien
- eingeschränkte Mobilität
- Ausschluss von Bildung, Kultur und Freizeit
Viele Unterstützungsangebote sind:
- bürokratisch
- stigmatisierend
- unzureichend finanziert
Lage in Nürnberg
Armut mitten in der Stadt:
Nürnberg weist – wie viele Großstädte – eine überdurchschnittliche Armutsbetroffenheit auf.
Kinderarmut als zentrales Problem:
Viele Kinder wachsen in Haushalten auf, in denen das Geld für:
- Schulmaterialien
- Ausflüge
- Vereinsbeiträge
kaum reicht.
Soziale Ungleichheit zwischen Stadtteilen:
Armut konzentriert sich in bestimmten Quartieren – mit Folgen für Bildung, Gesundheit und Teilhabe.
Gebühren als Hürde:
Kosten für:
- Kitas
- Horte
- Musikschulen
- Freizeit- und Bildungsangebote
stellen für viele Familien eine reale Zugangssperre dar.
Kernproblem
Armut bleibt oft unsichtbar – und genau deshalb wird sie zu selten konsequent bekämpft.
Maßnahme 1:
Kostenlose Schulmaterialien für alle Kinder aus einkommensarmen Haushalten
Ziele
- Chancengleichheit im Bildungsalltag
- Entlastung von Familien
- Vermeidung von Stigmatisierung
Konkrete Umsetzung in Nürnberg
- Kostenfreie Bereitstellung von Schulmaterialien:
Hefte, Stifte, Taschenrechner, Zeichenmaterial – unbürokratisch und bedarfsgerecht. - Zentrale Organisation über Schulen:
Materialien werden direkt ausgegeben – ohne komplizierte Anträge. - Diskret und würdevoll:
Keine Sonderkennzeichnung, keine Bloßstellung. - Ergänzung bestehender Leistungen:
Dort, wo staatliche Leistungen nicht ausreichen oder zu spät greifen.
Finanzierungsmöglichkeiten
- Kommunale Bildungs- und Sozialhaushalte
- Bündelung von Beschaffung (kosteneffizient)
- Dauerhafte Finanzierung statt Einmalhilfen
Vorteil
- Gleiche Startbedingungen im Schulalltag
- Weniger Druck auf Familien
- Bildungserfolg hängt weniger vom Geldbeutel ab
Maßnahme 2:
Sozialtickets ausbauen und günstige Mobilität sichern
Ziele
- Mobilität für alle ermöglichen
- Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sichern
- Isolation verhindern
Konkrete Umsetzung in Nürnberg
- Ausbau und Vergünstigung von Sozialtickets für den öffentlichen Nahverkehr.
- Einfacher Zugang:
Klare Berechtigung, verständliche Informationen, keine Hürden. - Gültigkeit im gesamten Stadtgebiet:
Mobilität darf nicht an Stadtteilgrenzen enden. - Berücksichtigung verschiedener Lebenslagen:
Kinder, Jugendliche, Senior*innen, Erwerbslose, Geringverdienende.
Finanzierungsmöglichkeiten
- Kommunale Zuschüsse
- Sozialausgleich im Verkehrsbereich
- Priorisierung von Teilhabe statt Ausschluss
Vorteil
- Mehr Bewegungsfreiheit
- Bessere Erreichbarkeit von Arbeit, Bildung und sozialen Angeboten
- Weniger soziale Isolation
Maßnahme 3:
Gebühren für soziale, kulturelle und Bildungsangebote senken
Ziele
- Teilhabe ermöglichen
- Armutsfolgen abfedern
- Öffentliche Angebote für alle öffnen
Konkrete Umsetzung in Nürnberg
- Reduzierung oder Abschaffung von Gebühren für:
- Kitas und Horte
- Musikschulen
- Sport- und Freizeitangebote
- Bildungs- und Begegnungseinrichtungen
- Sozial gestaffelte Gebührenmodelle:
Wer wenig hat, zahlt wenig oder nichts. - Transparente Regelungen:
Verständlich, nachvollziehbar und ohne versteckte Hürden. - Automatische Ermäßigungen:
Statt Antragsflut – Anspruch nutzen, nicht erkämpfen.
Finanzierungsmöglichkeiten
- Kommunale Sozial- und Kulturetats
- Quersubventionierung nach Leistungsfähigkeit
- Langfristige Planung statt kurzfristiger Sparlogik
Vorteil
- Mehr Teilhabe für Kinder, Jugendliche und Erwachsene
- Weniger Ausgrenzung
- Stärkung des sozialen Zusammenhalts
Fazit
Armut ist kein individuelles Versagen – sie ist eine gesellschaftliche Aufgabe.
Nürnberg kann zeigen, dass soziale Gerechtigkeit konkret wird:
- mit kostenlosen Schulmaterialien,
- ausgebauten Sozialtickets
- und niedrigen oder abgeschafften Gebühren für soziale Angebote.
So wird Armut sichtbar gemacht – und wirksam bekämpft, statt verdrängt.