Zum Inhalt springen

Würdevoll Altern

Unser Ziel

Ältere Menschen sollen in Nürnberg selbstbestimmt, sicher und sozial eingebunden leben können – unabhängig von Einkommen, Gesundheitszustand oder Wohnviertel.
Würdevolles Altern heißt:

  • so lange wie möglich im eigenen Quartier bleiben
  • barrierefrei wohnen statt frühzeitig umziehen müssen
  • kostenfreie, gut erreichbare Beratung, bevor Probleme zur Krise werden

Altern ist keine Randgruppe – es ist eine zentrale Zukunftsfrage für Nürnberg.

Situation in Deutschland

Demografischer Wandel

Der Anteil der über 65-Jährigen liegt bundesweit bei rund 22 % – Tendenz steigend.

Zunahme von Pflege- und Unterstützungsbedarf

Viele ältere Menschen leben allein, sind mobil eingeschränkt oder finanziell belastet.

Wohnungsproblem

Ein Großteil des Wohnungsbestands ist nicht barrierefrei – insbesondere im bezahlbaren Segment.

Beratungsdefizite

Sozial- und Pflegeberatung ist häufig fragmentiert, kompliziert oder kostenpflichtig – viele Menschen suchen erst Hilfe, wenn es „nicht mehr geht“.

Lage in Nürnberg

Alternde Stadtgesellschaft

Nürnberg hat einen wachsenden Anteil älterer Menschen – besonders in bestimmten Stadtteilen mit dichter Bebauung und älterem Wohnungsbestand.

Ungleiche Quartiere

Während einige Viertel gut versorgt sind, fehlen andernorts:

  • wohnortnahe Treffpunkte
  • Unterstützungsangebote
  • niedrigschwellige Beratung

Wohnraumsituation

Viele Senior*innen leben in Wohnungen:

  • ohne Aufzug
  • mit schmalen Türen/Bädern
  • ohne barrierearmen Zugang
    → ein Umzug ist oft finanziell oder emotional keine Option.

Beratungsbedarf steigt

Themen wie Rente, Pflegegrad, Wohngeld, Grundsicherung, Einsamkeit oder Überforderung nehmen zu – besonders bei alleinlebenden älteren Menschen.

Kernproblem

Viele ältere Menschen möchten aktiv und selbstständig bleiben – stoßen aber auf bauliche, soziale und bürokratische Hürden, die das Altern unnötig erschweren.

Maßnahme 1:
Mehr quartiersnahe Angebote für ältere Menschen

Ziele

  • Soziale Teilhabe und Begegnung ermöglichen
  • Einsamkeit vorbeugen
  • Selbstständigkeit im Alltag erhalten

Konkrete Umsetzung in Nürnberg

  • Ausbau quartiersnaher Treffpunkte:
    Senior*innen-Treffs, Mehrgenerationenhäuser, Nachbarschaftszentren – fußläufig erreichbar.
  • Alltagsnahe Angebote:
    Begegnung, Bewegung, Kultur, digitale Unterstützung, gemeinsame Mahlzeiten.
  • Stärkung von Nachbarschaftsstrukturen:
    Ehrenamt und Selbstorganisation fördern – aber nicht ersetzen, was öffentliche Verantwortung ist.
  • Verzahnung mit Pflege & Beratung:
    Quartiersangebote als niedrigschwelliger Einstieg in weitere Hilfen.

Finanzierungsmöglichkeiten

  • Kommunale Sozial- und Quartiersbudgets
  • Verstetigung bestehender Programme statt Projektförderung
  • Kooperation mit Wohlfahrtsverbänden und Stadtteilinitiativen

Vorteil

  • Ältere Menschen bleiben länger aktiv und eingebunden
  • Pflegebedürftigkeit kann hinausgezögert werden
  • Stadtteile profitieren von lebendiger Nachbarschaft

Maßnahme 2:
Barrierefreie und bezahlbare Wohnungen ausbauen

Ziele

  • Selbstständiges Wohnen im Alter sichern
  • Zwangsumzüge vermeiden
  • Pflege und Unterstützung im eigenen Zuhause ermöglichen

Konkrete Umsetzung 

  • Barrierefreiheit als Standard bei Neubau und Sanierung – besonders im geförderten Wohnungsbau.
  • Umbau im Bestand fördern:
    Aufzüge, bodengleiche Duschen, Türverbreiterungen, schwellenfreie Zugänge.
  • Kommunale Wohnungsbaugesellschaften stärken:
    Sie sind zentrale Akteure für barrierefreien und bezahlbaren Wohnraum.
  • Beratung + Förderung verbinden:
    Wer umbauen möchte, braucht nicht nur Geld, sondern auch verständliche Begleitung.

Finanzierungsmöglichkeiten

  • Landes- und Bundesförderprogramme für altersgerechten Umbau
  • Kommunale Zuschüsse und Darlehen
  • Zweckbindung bei städtischem Wohnraum

Vorteil

  • Ältere Menschen können in ihrer vertrauten Umgebung bleiben
  • Weniger Kosten für stationäre Pflege
  • Mehr Lebensqualität und Sicherheit

Maßnahme 3:
Kostenfreie Sozialberatungen flächendeckend anbieten

Ziele

  • Orientierung im Sozial-, Pflege- und Rentensystem
  • Frühzeitige Hilfe statt Krisenintervention
  • Gleicher Zugang für alle – unabhängig vom Einkommen

Konkrete Umsetzung in Nürnberg

  • Kostenfreie Sozialberatungsstellen in allen Stadtteilen
    mit festen Öffnungszeiten und guter Erreichbarkeit.
  • Beratung aus einer Hand:
    Rente, Pflege, Wohnen, Grundsicherung, Schwerbehinderung, Vorsorge.
  • Aufsuchende Beratung:
    Hausbesuche für mobil eingeschränkte Menschen.
  • Mehrsprachige Angebote:
    Gerade in Nürnberg wichtig, um alle älteren Menschen zu erreichen.

Finanzierungsmöglichkeiten

  • Kommunale Sozialhaushalte
  • Kooperation mit freien Trägern bei klarer städtischer Steuerung
  • Langfristige Regelfinanzierung statt befristeter Projekte

Vorteil

  • Probleme werden früher gelöst
  • Ältere Menschen fühlen sich sicherer und ernst genommen
  • Entlastung von Angehörigen und Pflegeeinrichtungen

Fazit

Würdevolles Altern ist eine Frage von Respekt, sozialer Gerechtigkeit und Stadtentwicklung.
Nürnberg kann eine Stadt sein, in der älter werden nicht Angst macht, sondern Sicherheit, Teilhabe und Selbstbestimmung bedeutet.

Mit quartiersnahen Angeboten, barrierefreiem Wohnraum und kostenfreier Sozialberatung schaffen wir die Grundlage dafür, dass Menschen gut und würdevoll älter werden können – mitten in der Stadt.