Inklusion darf kein Lippenbekenntnis sein
„Teilhabe für alle in Nürnberg“
Unser Ziel
Inklusion bedeutet, dass alle Menschen selbstverständlich dazugehören – unabhängig von Behinderung, Beeinträchtigung oder Unterstützungsbedarf.
In Nürnberg soll Teilhabe nicht vom Zufall, vom Engagement Einzelner oder vom Wohnort abhängen, sondern strukturell gesichert sein.
Unser Ziel ist:
- Barrierefreiheit als Standard, nicht als Ausnahme
- Inklusive Bildung, Freizeit und Kultur von Anfang an
- Echte Mitbestimmung von Betroffenen bei allen relevanten Entscheidungen
Inklusion ist kein Sonderthema – sie ist ein Grundmaßstab für soziale Gerechtigkeit.
Ausgangslage
Situation in Deutschland
Rund 10 Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer anerkannten Behinderung.
Trotz gesetzlicher Verpflichtungen (z. B. UN-Behindertenrechtskonvention) bestehen weiterhin:
- bauliche Barrieren
- kommunikative Hürden
- institutionelle Ausgrenzung
Inklusion wird häufig:
- auf Einzelprojekte reduziert
- in Sonntagsreden bejaht, im Alltag aber nicht konsequent umgesetzt
Besonders betroffen sind Kinder, Jugendliche und Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf.
Lage in Nürnberg
Großstadt mit vielen Barrieren
Trotz Fortschritten sind in Nürnberg noch immer:
- Haltestellen
- öffentliche Gebäude
- Gehwege, Plätze und Toiletten
nicht durchgängig barrierefrei nutzbar.
Inklusive Angebote ungleich verteilt
Inklusion in Schulen, Kitas, Sport- und Freizeitangeboten hängt oft vom Engagement einzelner Einrichtungen ab – nicht von verbindlichen Standards.
Betroffene zu selten beteiligt
Menschen mit Behinderungen werden häufig informiert, aber nicht wirklich einbezogen, wenn Entscheidungen getroffen werden.
Zusätzliche Barrieren
Neben baulichen Hindernissen bestehen:
- sprachliche
- digitale
- soziale Barrieren
Kernproblem
Inklusion wird oft mitgedacht, aber nicht konsequent umgesetzt – und Betroffene haben zu wenig Einfluss auf Entscheidungen, die sie direkt betreffen.
Maßnahme 1:
Barrierefreiheit im gesamten öffentlichen Raum sicherstellen
Ziele
- Selbstständige Mobilität für alle Menschen
- Gleichberechtigter Zugang zu öffentlichen Angeboten
- Abbau von Ausgrenzung im Alltag
Konkrete Umsetzung in Nürnberg
- Verbindlicher Stufenplan für Barrierefreiheit im gesamten öffentlichen Raum:
Straßen, Gehwege, Plätze, Haltestellen, öffentliche Gebäude. - Barrierefreiheit als Standard bei Neubau, Umbau und Sanierung – ohne Ausnahmen.
- Mehr als nur Rollstuhlzugang:
Leitsysteme für blinde Menschen, einfache Sprache, visuelle und akustische Informationen. - Regelmäßige Überprüfung:
Barrierefreiheit darf nicht einmal hergestellt und dann vergessen werden.
Finanzierungsmöglichkeiten
- Kommunale Investitionsprogramme
- Landes- und Bundesmittel für barrierefreie Infrastruktur
- Verbindliche Mittelbindung bei städtischen Bauprojekten
Vorteil
- Mehr Selbstständigkeit und Sicherheit
- Öffentliche Räume werden für alle nutzbar
- Barrierefreiheit nützt auch älteren Menschen, Familien und Kindern
Maßnahme 2:
Inklusive Schulen und Freizeitangebote stärken
Ziele
- Gemeinsames Lernen und Aufwachsen ermöglichen
- Soziale Teilhabe von Anfang an sichern
- Aussonderung vermeiden
Konkrete Umsetzung
- Inklusive Schulen personell und räumlich stärken:
Mehr Sonderpädagogik, Schulbegleitung, multiprofessionelle Teams. - Barrierefreie Freizeit-, Sport- und Kulturangebote:
Inklusion darf nicht an der Schultür enden. - Verlässliche Finanzierung:
Inklusive Angebote dürfen nicht von Projektmitteln abhängen. - Unterstützung für Familien:
Beratung, Entlastung und Begleitung – statt Bürokratie und Zuständigkeitswirrwarr.
Finanzierungsmöglichkeiten
- Kommunale Bildungs- und Jugendhaushalte
- Landesmittel für inklusive Bildung
- Dauerhafte Finanzierung statt Modellprojekte
Vorteil
- Kinder lernen Vielfalt als Normalität
- Familien werden entlastet
- Langfristig weniger Ausgrenzung und Sonderstrukturen
Maßnahme 3:
Beteiligung von Betroffenen verbindlich verankern
Ziele
- Entscheidungen realitätsnah und gerecht treffen
- Expertise aus eigener Erfahrung nutzen
- Demokratie stärken
Konkrete Umsetzung in Nürnberg
- Verbindliche Beteiligung von Menschen mit Behinderungen bei allen sie betreffenden Planungen und Entscheidungen.
- Stärkung von Beiräten und Selbstvertretungen mit echtem Einfluss – nicht nur beratender Funktion.
- Barrierefreie Beteiligungsformate:
Leichte Sprache, Gebärdensprache, barrierefreie Orte und digitale Zugänge. - Rückmeldung sichern:
Betroffene müssen sehen, wie ihre Vorschläge berücksichtigt werden.
Finanzierungsmöglichkeiten
- Kommunale Beteiligungs- und Inklusionsbudgets
- Verstetigung bestehender Strukturen
- Zusammenarbeit mit Selbstvertretungsorganisationen
Vorteil
- Bessere Entscheidungen durch echte Beteiligung
- Mehr Vertrauen in Politik und Verwaltung
- Inklusion wird vom Prinzip zur Praxis
Fazit
Inklusion darf kein Lippenbekenntnis bleiben.
Nürnberg muss zeigen, dass Teilhabe konsequent, verbindlich und gemeinsam mit Betroffenen umgesetzt wird:
- durch barrierefreie öffentliche Räume,
- inklusive Bildung und Freizeitangebote
- und echte Mitbestimmung.
So entsteht eine Stadt, in der niemand „mitgemeint“, sondern wirklich dabei ist.