Kinder, Jugend & Familien
Gemeinsam stark von Anfang an
Kinder und Jugendliche brauchen mehr als gute Worte: Sie brauchen verlässliche Strukturen, geschützte Räume und echte Mitbestimmung. Ob in der frühen Kindheit, in der Schule oder im Übergang ins Erwachsenenleben – die Bedingungen, unter denen junge Menschen aufwachsen, prägen ihre Gesundheit, ihre Bildungschancen und ihr Vertrauen in die Gesellschaft nachhaltig.
Familien stehen dabei zunehmend unter Druck: fehlende Betreuungsplätze, überlastete Fachkräfte, lange Wartezeiten auf Unterstützung bei psychischen Belastungen und ein öffentlicher Raum, in dem junge Menschen oft kontrolliert statt ernst genommen werden. Eine zukunftsorientierte Politik muss hier ansetzen und Kinder, Jugendliche und Familien konsequent in den Mittelpunkt stellen.
Unser Ziel ist es, allen jungen Menschen ein gutes, sicheres und selbstbestimmtes Aufwachsen zu ermöglichen – unabhängig von Einkommen, Herkunft oder Wohnort. Dazu gehören kostenfreie und qualitativ hochwertige Betreuung, ein flächendeckendes Netz an Unterstützungsangeboten für die psychische Gesundheit sowie Freiräume, in denen Jugendliche willkommen sind und mitgestalten können.
1. Kostenfreie und bedarfsgerechte Kinderbetreuung
Eine verlässliche, kostenfreie und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung ist die Grundlage für Chancengleichheit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie das Wohl der Kinder selbst. Der aktuelle Mangel an Plätzen, Personal und Zeit geht zulasten von Familien und pädagogischer Qualität.
1.1. Mehr Kitaplätze schaffen
1.2. Bessere Bezahlung und Entlastung von Erzieher*innen
1.3. Kleinere Gruppen für bessere Betreuung
Der Bedarf an Betreuungsplätzen übersteigt vielerorts deutlich das Angebot. Der gezielte Ausbau von Kitas – insbesondere in wachsenden Stadtteilen und ländlichen Räumen – ist notwendig, um Wartelisten abzubauen und Eltern Planungssicherheit zu geben. Dabei müssen auch flexible Betreuungsmodelle für Schichtarbeit, Alleinerziehende und besondere Lebenslagen mitgedacht werden.
Frühkindliche Bildung ist hochqualifizierte Arbeit und muss entsprechend anerkannt werden. Faire Löhne, verlässliche Vertretungssysteme, Zeit für Vor- und Nachbereitung sowie der Abbau von bürokratischen Zusatzbelastungen sind entscheidend, um Fachkräfte zu halten und neue zu gewinnen. Gute Arbeitsbedingungen sind zugleich Kinderschutz.
Zu große Gruppen überfordern Kinder wie Fachkräfte. Kleinere Gruppengrößen ermöglichen individuelle Förderung, stabile Bindungen und ein stressärmeres Umfeld. Sie verbessern nicht nur die Bildungsqualität, sondern auch die psychische und körperliche Gesundheit aller Beteiligten.
2. Psychische Gesundheit junger Menschen stärken
Kinder und Jugendliche stehen heute unter massivem Leistungs-, Anpassungs- und Zukunftsdruck. Psychische Belastungen nehmen seit Jahren zu – gleichzeitig fehlen wohnortnahe, erreichbare Hilfsangebote. Prävention und frühzeitige Unterstützung müssen daher konsequent ausgebaut werden.
2.1. Schulsozialarbeit flächendeckend ausbauen
2.2. Niedrigschwellige Beratungsstellen in allen Stadtteilen
2.3. Kostenfreie Therapieangebote für Kinder und Jugendliche
Hilfsangebote müssen dort sein, wo junge Menschen leben. Offene, kostenfreie und anonyme Beratungsstellen senken Hemmschwellen und ermöglichen schnelle Unterstützung bei Krisen, Konflikten oder Überforderung. Besonders wichtig ist ein aufsuchender Ansatz für Kinder und Jugendliche, die bestehende Angebote nicht selbst nutzen können.
Monatelange Wartezeiten auf Therapieplätze sind untragbar. Psychische Gesundheit darf keine Frage des Geldbeutels sein. Deshalb braucht es zusätzliche öffentlich finanzierte Therapieangebote sowie eine bessere Verzahnung von Schulen, Jugendhilfe und Gesundheitssystem.
3. Jugendräume schaffen statt kontrollieren
Jugendliche brauchen Freiräume, um sich auszuprobieren, Gemeinschaft zu erleben und Verantwortung zu übernehmen. Eine Politik, die junge Menschen vor allem als „Störfaktor“ betrachtet, verschärft Konflikte statt sie zu lösen.
3.1. Mehr selbstverwaltete Jugendzentren
3.2. Öffentliche Räume für Jugendliche öffnen
3.3. Beteiligung junger Menschen an Stadtplanung
Selbstverwaltete Räume fördern Eigenverantwortung, demokratische Kompetenzen und soziale Bindungen. Jugendliche lernen, Konflikte zu lösen, Projekte umzusetzen und gemeinsam Verantwortung zu tragen. Kommunen sollten diese Strukturen aktiv unterstützen statt sie durch Auflagen zu behindern.
Parks, Plätze und Freizeitflächen müssen so gestaltet sein, dass Jugendliche dort willkommen sind – ohne ständige Verdrängung oder Kriminalisierung. Aufenthaltsqualität, wettergeschützte Treffpunkte und legale Freizeitangebote (z. B. Sport- und Kulturflächen) beugen Konflikten vor und stärken das soziale Miteinander.
Jugendliche wissen selbst am besten, was sie brauchen. Ihre frühzeitige und verbindliche Beteiligung an Planungsprozessen – etwa bei Spiel-, Sport- und Aufenthaltsflächen – sorgt für bedarfsgerechte Lösungen und stärkt demokratische Teilhabe von klein auf.