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Jungendräume schaffen statt kontrollieren


Jungendräume schaffen statt kontrollieren



„Raum für junge Menschen in Nürnberg“



Unser Ziel


Junge Menschen brauchen Freiräume, um sich zu treffen, auszuprobieren, kreativ zu sein und Teil der Stadtgesellschaft zu werden.
Nürnberg soll eine Stadt sein, in der Jugendliche willkommen sind – nicht verdrängt, überwacht oder kriminalisiert.

Statt Verboten, Verdrängung und Kontrolle setzen wir auf:

  • selbstverwaltete Jugendräume
  • öffentliche, jugendgerechte Aufenthaltsorte
  • echte Beteiligung junger Menschen an der Stadtplanung


Ausgangslage


Situation in Deutschland

  • Öffentliche Räume werden zunehmend funktionalisiert und reguliert (Konsumzwang, Platzverweise, Sicherheitsdienste).
  • Jugendliche gelten vielerorts als „Störfaktor“, besonders im öffentlichen Raum.
  • Studien und Jugendberichte zeigen:
    • Rückgang selbstbestimmter Treffpunkte
    • Verlagerung jugendlicher Freizeit in digitale Räume
    • Zunahme von Konflikten zwischen Jugendlichen, Anwohnenden und Ordnungsbehörden
  • Kommunen investieren häufig mehr in Überwachung und Ordnung als in Prävention und Beteiligung.


Lage in Nürnberg

Wachsende Stadt, knapper Raum:
Nürnberg wächst, Flächen werden verdichtet – gerade nicht-kommerzielle Aufenthaltsorte geraten unter Druck.

Konflikte im öffentlichen Raum:
Jugendliche werden aus Parks, Plätzen und Innenstadträumen verdrängt (Lärm, Aufenthaltsverbote, Polizeikontrollen).

Begrenzte Jugendräume:
Bestehende Jugendhäuser leisten wertvolle Arbeit, sind aber häufig:

  • räumlich begrenzt
  • zeitlich eingeschränkt
  • nicht flächendeckend erreichbar

Zu wenig Mitbestimmung:
Stadtplanung berücksichtigt jugendliche Perspektiven bislang nur punktuell, obwohl junge Menschen öffentliche Räume intensiv nutzen.


Kernproblem

Jugendliche brauchen Raum – bekommen aber oft Regeln, Kontrolle und Misstrauen statt Angebote, Vertrauen und Mitsprache.



Maßnahme 1:
Mehr selbstverwaltete Jugendzentren


Ziele

  • Selbstorganisation, Verantwortung und Demokratie erlernen
  • Niedrigschwellige Treffpunkte ohne Konsumzwang
  • Vertrauen in junge Menschen stärken


Konkrete Umsetzung

  • Aufbau neuer selbstverwalteter Jugendzentren in verschiedenen Stadtteilen – besonders dort, wo es bisher kaum Angebote gibt.
  • Selbstverwaltung ernst nehmen:
    Jugendliche entscheiden über Nutzung, Programm und Regeln – mit professioneller Begleitung, aber ohne Bevormundung.
  • Niedrige Zugangshürden:
    Kostenfrei, offen, unabhängig von Herkunft, Schulform oder Einkommen.
  • Räume für Vielfalt:
    Platz für Musik, Kunst, politische Diskussion, Subkultur, Queerness, Gaming, Sport – ohne Verwertungslogik.
  • Langfristige Sicherung:
    Keine befristeten „Zwischennutzungen“, sondern verlässliche Perspektiven.


Finanzierungsmöglichkeiten

  • Kommunale Jugendhilfe- und Kulturmittel
  • Zweckgebundene Budgets für selbstverwaltete Projekte
  • Kooperation mit freien Trägern – bei klarer Sicherung der Selbstverwaltung


Vorteil

  • Jugendliche übernehmen Verantwortung statt ausgeschlossen zu werden
  • Konflikte im öffentlichen Raum nehmen ab
  • Demokratische Kompetenzen werden praktisch erlernt


Maßnahme 2:
Öffentliche Räume für Jugendliche nutzbar machen


Ziele

  • Aufenthaltsqualität für Jugendliche im öffentlichen Raum verbessern
  • Verdrängung und Kriminalisierung verhindern
  • Stadt für alle Generationen öffnen


Konkrete Umsetzung in Nürnberg

  • Jugendgerechte Gestaltung öffentlicher Plätze:
    Sitzgelegenheiten, Überdachungen, Beleuchtung, Sport- und Bewegungsangebote – ohne Konsumzwang.
  • Parks und Plätze gemeinsam nutzen:
    Statt pauschaler Verbote klare Regeln im Dialog – Lärmkonflikte lösen, nicht verdrängen.
  • Temporäre Jugendflächen:
    Pop-up-Skateflächen, Sommer-Treffpunkte, legale Flächen für Musik und Kultur.
  • Weniger Kontrolle, mehr Präsenz:
    Streetwork statt Ordnungsdienst, Ansprechpersonen statt Platzverweise.


Finanzierungsmöglichkeiten

  • Stadtentwicklungs- und Grünflächenbudgets
  • Umwidmung von Mitteln für Ordnung und Kontrolle hin zu Prävention
  • Förderprogramme für soziale Stadtentwicklung


Vorteil

  • Öffentliche Räume werden lebendig statt konfliktgeladen
  • Jugendliche fühlen sich als Teil der Stadt
  • Mehr soziale Sicherheit durch Nutzung statt Verdrängung


Maßnahme 3:
Junge Menschen an der Stadtplanung beteiligen


Ziele

  • Stadtplanung realitätsnah und generationengerecht gestalten
  • Akzeptanz und Identifikation stärken
  • Demokratie praktisch erlebbar machen


Konkrete Umsetzung

  • Verbindliche Jugendbeteiligung bei Stadtentwicklungsprojekten
    (z. B. Plätze, Parks, Verkehrsflächen, Neubaugebiete).
  • Jugendräte, Beteiligungsformate und Workshops mit echtem Einfluss – nicht nur symbolisch.
  • Aufsuchende Beteiligung:
    Beteiligung dort, wo Jugendliche sind (Schulen, Jugendzentren, öffentlicher Raum) – nicht nur im Rathaus.
  • Rückmeldung garantieren:
    Jugendliche müssen sehen, was aus ihren Vorschlägen wird.


Finanzierungsmöglichkeiten

  • Fester Anteil in Stadtplanungs- und Beteiligungsbudgets
  • Kooperation mit Jugendhilfe und Bildungseinrichtungen
  • Langfristige Strukturen statt einmaliger Projekte


Vorteil

  • Bessere Planung durch echte Nutzerperspektiven
  • Mehr Identifikation mit Stadt und Quartier
  • Stärkung demokratischer Teilhabe von Anfang an


Fazit


Jugendliche sind kein Sicherheitsproblem, sondern Teil der Stadtgesellschaft.
Nürnberg braucht eine Politik, die Räume schafft statt kontrolliert, Vertrauen schenkt statt verdrängt und Beteiligung ermöglicht statt verbietet.

Mit selbstverwalteten Jugendzentren, offenen öffentlichen Räumen und echter Mitbestimmung wird Nürnberg eine Stadt, in der junge Menschen bleiben wollen – und gehört werden.