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Sucht- und Obdachlosenhilfe ausbauen statt kriminilasieren

Menschlichkeit statt Verdrängung

Unser Ziel

Sucht und Obdachlosigkeit sind soziale und gesundheitliche Herausforderungen – keine Ordnungsprobleme.
Nürnberg soll eine Stadt sein, die hilft statt verdrängt, stabilisiert statt bestraft und Menschenwürde über Ordnungspolitik stellt.

Unser Ziel ist:

  • Schutz und Unterstützung statt Repression
  • niedrigschwellige Hilfen statt Verdrängung aus dem Stadtbild
  • langfristige Perspektiven statt kurzfristiger Notmaßnahmen

Situation in Deutschland

Hunderttausende Menschen sind bundesweit wohnungslos oder von Wohnungslosigkeit bedroht.

Ein großer Teil der Betroffenen leidet unter:

  • Suchterkrankungen
  • psychischen Erkrankungen
  • Mehrfachbelastungen (Armut, Krankheit, Traumatisierung)

Repressive Maßnahmen wie:

  • Platzverweise
  • Bußgelder
  • Alkoholverbote
    lösen keine Probleme, sondern verschärfen Ausgrenzung und Instabilität.

Erfolgreiche Konzepte zeigen:

Housing First, akzeptierende Drogenhilfe und niedrigschwellige Angebote führen zu mehr Stabilität, weniger Notfällen und geringeren Folgekosten.

Lage in Nürnberg

Großstadt mit sichtbarer Problemlage

Nürnberg ist – wie viele Städte – mit Obdachlosigkeit, Suchterkrankungen und offenen Szenen konfrontiert.

Hoher Unterstützungsbedarf

Viele Betroffene haben:

  • keinen festen Wohnsitz
  • keinen Zugang zu Regelversorgung
  • komplexe gesundheitliche und soziale Problemlagen

Starke Träger – begrenzte Kapazitäten

Beratungsstellen, Streetwork und Nothilfen leisten wichtige Arbeit, stoßen aber häufig an personelle und räumliche Grenzen.

Ordnungspolitischer Fokus

Maßnahmen zur Verdrängung aus dem öffentlichen Raum stehen oft im Vordergrund – mit begrenzter Wirkung und hohen Folgekosten.

Kernproblem

Wer bestraft statt unterstützt wird, bleibt krank, wohnungslos und ausgeschlossen – und verschwindet nicht, sondern wird weiter an den Rand gedrängt.

Maßnahme 1:
Niedrigschwellige Suchthilfe konsequent ausbauen

Ziele

  • Gesundheit schützen
  • Überlebenshilfe sichern
  • Stabilisierung ermöglichen

Konkrete Umsetzung in Nürnberg

  • Ausbau akzeptierender Drogenhilfe:
    Kontaktläden, Konsumräume, mobile Angebote – dort, wo Menschen tatsächlich sind.
  • Mehr Streetwork und aufsuchende Hilfe:
    Beziehung statt Kontrolle, Unterstützung statt Sanktion.
  • Gesundheitsorientierte Angebote:
    Beratung, Substitution, medizinische Erstversorgung, psychosoziale Begleitung.
  • Verlässliche Öffnungszeiten und Kapazitäten:
    Hilfen müssen erreichbar sein – auch außerhalb klassischer Bürozeiten.

Finanzierungsmöglichkeiten

  • Kommunale Gesundheits- und Sozialhaushalte
  • Landes- und Bundesmittel für Suchthilfe
  • Dauerhafte Regelfinanzierung statt Projektlogik

Vorteil

  • Weniger Überdosierungen und Notfälle
  • Mehr Stabilität und Vertrauen
  • Entlastung von Rettungsdiensten und Kliniken

Maßnahme 2:
Obdachlosenhilfe stärken und ausbauen

Ziele

  • Existenz sichern
  • Perspektiven eröffnen
  • Wohnungslosigkeit beenden statt verwalten

Konkrete Umsetzung in Nürnberg

  • Mehr und bessere Notunterkünfte:
    Ganzjährig, niedrigschwellig, würdevoll – ohne unnötige Zugangshürden.
  • Ausbau von Housing-First-Ansätzen:
    Wohnen zuerst, dann Stabilisierung – auch für Menschen mit Suchterkrankung.
  • Sozialarbeit mit Zeit und Ressourcen:
    Begleitung bei Behörden, Gesundheit, Schulden, Wohnen.
  • Koordination statt Zuständigkeitschaos:
    Hilfen müssen ineinandergreifen – nicht nebeneinander herlaufen.

Finanzierungsmöglichkeiten

  • Kommunale Wohnungs- und Sozialbudgets
  • Zweckbindung von Wohnraum (auch städtisch)
  • Landes- und Bundesprogramme gegen Wohnungslosigkeit

Vorteil

  • Menschen kommen dauerhaft von der Straße
  • Weniger Verelendung im öffentlichen Raum
  • Langfristig geringere Kosten für Stadt und Gesellschaft

Maßnahme 3:
Entkriminalisierung statt Verdrängungspolitik

Ziele

  • Menschenwürde wahren
  • Eskalationen vermeiden
  • Öffentlichen Raum sozial statt repressiv gestalten

Konkrete Umsetzung in Nürnberg

  • Abkehr von reinen Verdrängungsmaßnahmen:
    Keine pauschalen Platzverweise, Alkoholverbote oder Bußgelder für Armut.
  • Soziale Präsenz statt Ordnungspolitik:
    Streetwork, Sozialarbeit, Gesundheitsangebote im öffentlichen Raum.
  • Klare Trennung von Hilfe und Kontrolle:
    Vertrauen entsteht nur, wenn Hilfe nicht mit Sanktionen verknüpft ist.
  • Dialog mit Anwohnenden:
    Konflikte ernst nehmen – aber sozial lösen, nicht repressiv.

Finanzierungsmöglichkeiten

  • Umschichtung von Mitteln aus Ordnung und Repression
  • Investitionen in Prävention und soziale Infrastruktur
  • Langfristige Sozialplanung statt kurzfristiger Sicherheitslogik

Vorteil

  • Weniger Eskalation und Gewalt
  • Mehr Sicherheit durch Stabilisierung statt Verdrängung
  • Nürnberg bleibt eine solidarische und humane Stadt

Fazit

Sucht und Obdachlosigkeit lassen sich nicht wegkontrollieren.
Nürnberg braucht eine Politik, die hilft statt bestraft, stabilisiert statt verdrängt und Menschenwürde konsequent schützt.

Mit starker Suchthilfe, ausgebauter Obdachlosenhilfe und dem klaren Abschied von Kriminalisierung schaffen wir eine Stadt, in der niemand fallen gelassen wird – auch dann nicht, wenn es schwierig wird.